☰ Hauptmenü
Headline

Nachhaltige Lebensweise

 

Natürlich kann man versuchen, beim Kauf von Lebensmitteln, Kleidung und Möbeln darauf zu achten, dass diese unter fairen Bedingungen und umweltfreundlich hergestellt wurden. Manche Menschen gehen jedoch noch einen Schritt weiter und richten ihre komplette Lebensweise auf Nachhaltigkeit aus.
 
Bio-Produkte sind sinnvoll, um die Umwelt so wenig wie möglich zu verschmutzen und wertvolle Ressourcen zu sparen. Produkte, die gar nicht erst neu hergestellt werden müssen, tragen jedoch noch mehr zur Nachhaltigkeit bei.

Neue Chance für alte Kleider - Second-Hand
 
In Second-Hand-Shops wird hauptsächlich Kleidung angeboten, die zwar nicht neu, aber dennoch in der Regel gut erhalten und brauchbar ist. Einige Second-Hand-Shops haben sich zudem auf bestimmte Schwerpunkte wie zum Beispiel Kindermode spezialisiert. Dank zahlreicher Second-Hand Online-Shops ist das Angebot inzwischen riesig. Zum Teil finden sich sogar echte Designer-Stücke zu günstigen Preisen. Da bei der Herstellung eines einzigen Baumwoll-T-Shirts zwischen sieben und neun Kilogramm CO2 entstehen und beim Anbau der Baumwolle häufig giftige Pestizide eingesetzt werden, ist Second-Hand-Kleidung eine äußerst ökologische Alternative zu neuen Kleidungsstücken.

Auch auf Flohmärkten kann man unterschiedlichste Produkte - von Schuhen bis zum ausrangierten Sofa - günstig erwerben und das ganz ohne die Umwelt zu belasten.
 
Weg vom Konsum - Umsonst-Läden und Sozialkaufhäuser
 
In erster Linie an Einkommensschwächere Menschen richten sich Altkleidersammlungen und Sozialkaufhäuser. Jeder, der gut erhaltene Kleidung, Möbel oder sonstige Gebrauchsgegenstände nicht mehr benötigt, kann sie dort abgeben. Gegen einen geringen Preis können Bedürftige dort die Artikel erstehen. Insofern schützt man dabei nicht nur die Umwelt, indem man Müll vermeidet und Ressourcen schont, sondern man hilft auch seinen Mitmenschen. In sogenannten Umsonstläden kann man ebenfalls alles, was nicht mehr benötigt wird und "zu schade zum Wegwerfen" ist, abgeben. Andere können die Sachen völlig kostenfrei mitnehmen. Auch im Internet gibt es einige Online-Börsen, über die man Dinge verschenken kann.
 
Gut getauscht ist halb gewonnen
 
Wer Altes loswerden und dennoch nicht mit leeren Händen dazustehen, bieten sich Tauschbörsen an. Dort tauscht man Bücher, DVDs, Kleidung oder sonstige Gegenstände entweder gegen eine fiktive Währung, um diese dann gegen etwas anderes einzutauschen, oder man tauscht seine Sachen direkt gegen Dinge, die man gerne haben möchte. Auch auf diese Weise werden Ressourcen geschont und Müll verringert.
 
Aus Alt mach Neu - Do It Yourself
 
Um alten Gegenständen wieder neuen Glanz zu verleihen oder selbst ganz neue Dinge herzustellen, ist das sogenannte Do-It-Yourself (DIY, zu Deutsch: "Mach es selbst") beliebt. Im Internet werden zahlreiche Websites, Blogs und Videos angeboten, in denen erklärt wird, wie man aus alten Hosen hippe Accessoires oder den unschönen Schrank der Oma zu einem echten Hingucker macht. Das macht häufig nicht nur Spaß, sondern sorgt zudem für weniger Müll, indem man alte Sachen wiederverwertet. Außerdem weiß man bei selbstgemachten Dingen, genau, was drinsteckt und wie es hergestellt wurde.
 
Für einen Apfel und ein Ei - Foodsharing
 
Nicht nur bei der Kleidung oder Büchern und Spielsachen kann man auf Nachhaltigkeit achten. Auch bei der Ernährung spielt dies eine große Rolle: Wer kennt das nicht - der Urlaub steht vor der Tür und der Kühlschrank ist noch voll. Wohin nun mit der ganzen Wurst, Milch und dem Brot? Die einfache Lösung: Food-Sharing. Über Plattformen im Internet wie zum Beispiel foodsharing.de oder foodsharing.com kann man seine überzähligen Lebensmittel anbieten. Andere, denen gerade die Milch für den Kuchen fehlt oder die Wurst zum Brot, können in ihrer Stadt nach Angeboten suchen und sich die Sachen abholen - kostenlos. Wenn man bedenkt, wie viele Lebensmittel in Deutschland weggeworfen werden, ist dies eine sinnvolle Alternative.
 
Tierisch gut? Veganismus
 
Einen anderen Weg hin zu einer nachhaltigen Ernährung gehen Veganer. Veganer verzichten auf alle tierischen Produkte: angefangen beim Fleisch über Milchprodukte und Eier bis hin zu Honig. Doch Veganismus beschränkt sich nicht nur auf Lebensmittel, sondern bezieht auch tierische Produkte wie Wolle, Leder und Produkte mit tierischem Anteil wie zum Beispiel Kosmetika ein.
 
Gründe für Veganismus sind zum einen der Schutz der Tiere, die nicht unter Massentierhaltung, langen Transporten, Tierversuchen etc. leiden und nicht als Ware behandelt werden sollen. Zum anderen wird auch der Umweltschutz als Grund angegeben, denn durch Massentierhaltung entstehen Massen von Exkrementen und Treibhausgasen. Zudem benötigt die Tierhaltung unwahrscheinlich viel Platz. Dabei spielen die Ställe nur eine untergeordnete Rolle. Viel entscheidender sind die benötigten Weideflächen und die Getreidefelder, die das Futter für die Tiere liefern: Rund 70 Prozent des weltweiten Getreideanbaus geht laut der Tierrechtsorganisation PETA in die landwirtschaftliche Fütterung der Tiere - eine gigantische Menge, mit der man, statt an Masttiere verfüttert, den Hunger in der Welt deutlich lindern könnte. Veganer halten Bio-Tierprodukte für nicht konsequent genug, da eine wirklich tiergerechte Haltung in der Regel nicht machbar ist und die Tiere trotz allem geschlachtet werden.
 
Mehr als nur ein grüner Punkt – Recycling
 
Durch unseren Konsum produzieren wir tonnenweise Müll. Dieser lässt sich zwar reduzieren, indem wir alte Sachen wieder aufwerten oder Second Hand einkaufen, ganz vermeiden lässt er sich aber wohl kaum.
 
Um die Müllberge zu reduzieren und wertvolle Ressourcen zu schonen, dienen zum Beispiel die Mülltrennung (Wiederverwertung von Glas, Altpapier etc.) und das Pfandsystem.
 
Einige Menschen gehen jedoch noch einen Schritt weiter und legen auch auf ihrem letzten Weg Wert auf den Umweltschutz: Ausgehend von den USA gewinnen sogenannte „Öko-Bestattungen“ immer mehr an Bedeutung. Um die Umwelt möglichst wenig zu belasten, werden zum Beispiel Särge ohne giftige Lackierungen, biologisch abbaubare Urnen oder sogar Särge aus Zellstoff angeboten.
 
Bei der sogenannten „Promession“ ist man noch konsequenter  und lässt den Leichnam schockgefrieren und im Anschluss durch Vibrationen zu Pulver zerfallen. Dieses Pulver wird von Metallen und Wasser gereinigt, die Überreste werden umweltfreundlich im Sarg bestattet. Innerhalb eines halben Jahres haben sich die Überreste zu Humus zersetzt – bei einer üblichen Erdbestattung dauert der Verwesungsprozess zum Teil über 20 Jahre.
 
LOHAS - ein neues Lebensgefühl?
 
Wie man sieht, gibt es viele Wege, einen nachhaltigen Lebenswandel zu verfolgen. Menschen, die ihren kompletten Lebensstil auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausrichten, bezeichnen sich als LOHAS, eine Abkürzung für "Lifestyle of Health and Sustainability". LOHAS senken nicht zwangsläufig ihren Konsum, sondern setzen beim Einkaufen die Ethik in den Mittelpunkt. Das bedeutet, dass sie bei der Auswahl der Produkte Wert auf biologische und fair gehandelte Produkte legen.