☰ Hauptmenü
Headline

Nach dem Widerrufs- nun der Kündigungs-Joker?

Wer ein Immobilien-Darlehen besitzt zahlt über die Jahre jede Menge Zinsen. Da sind viele Kreditnehmer froh über eine Möglichkeit, auch im Nachhinein noch einen günstigeren Zinssatz zu erhalten. Und das ist oftmals möglich: Aufgrund von fehlerhaften Widerrufsbelehrungen kann eine Vielzahl von Darlehensverträgen aus dem Zeitraum Januar 2002 bis Juni 2010 auch heute noch widerrufen werden.

 
Kündigung Darlehensvertrag
 
Aufgrund unseres Berichts zu diesem Thema gab es eine große Resonanz. Viele Verbraucher haben sich allerdings mit Darlehensverträgen gemeldet, die nach Juni 2010 abgeschlossen wurden. Diese können regelmäßig nicht widerrufen werden, da die Banken die Verbraucher ab diesem Zeitpunkt korrekt über das Widerrufsrecht belehrt haben. Jedoch gibt es neuerdings auch bei diesem Verträgen die Möglichkeit, vorzeitig aus einer langfristigen (hohen) Zinsbindung herauszukommen.
 
Eine bisher kaum bekannte Entscheidung des OLG Koblenz (15. Oktober 2015, Az. 8 U 241/15) ermöglicht es unter Umständen, Darlehensverträge nach dem Juni 2010 sofort zu kündigen, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt werden muss. Der Darlehensnehmer kann vielmehr den Vertrag kündigen und seine Restschuld zu den aktuellen Konditionen neu finanzieren.
 
Hintergrund: Im Juli 2009 wurde die europäische Verbraucherkreditrichtlinie umgesetzt. In diesen Zusammenhang wurde im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter anderem geregelt, dass Verbraucher jederzeit zur Kündigung von Darlehensverträgen berechtigt sind, wenn Angaben zur Laufzeit oder zum Kündigungsrecht fehlen.
 
Kündigung jederzeit möglich
 
Nach dem aktuellen Kenntnisstand weisen einige Banken in den Darlehensverträgen nicht auf alle Kündigungsmöglichkeiten des Verbrauchers hin. Zwar klären Banken Verbraucher regelmäßig über das ordentliche Kündigungsrecht des Darlehensnehmers (Kündigungsmöglichkeit nach 10 Jahren Laufzeit bzw. Kündigung bei einem berechtigten Interesse) auf. Bei einer Vielzahl von Verträgen fehlt aber ein Hinweis auf das Recht zur außerordentlichen Kündigung nach § 314 BGB. In einigen Fällen fehlt sogar jeder Hinweis auf die Kündigungsmöglichkeiten der Verbraucher.
 
Der fehlende Hinweis auf die außerordentliche Kündigungsmöglichkeit bzw. auf andere Kündigungsmöglichkeit führt dazu, dass der Darlehensnehmer jederzeit zur Kündigung berechtigt ist.
 
Von günstigeren Zinsen profitieren
 
Der Vorteil für den Verbraucher ist klar: Bei einer sofortigen Kündigung des Darlehensvertrages kann der Verbraucher sofort von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren, ohne dass eine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Aufgrund der aktuell äußerst niedrigen Zinsen ergibt sich ein großes Einsparungspotential.
 
Möchten Sie prüfen, ob Sie Ihren Darlehensvertrag auch sofort kündigen können? Gerne erhalten Sie eine kostenfreie und unverbindliche Prüfung durch einen Rechtsanwalt. Kontaktieren Sie dafür einfach unseren Partner, die Kanzlei Kornneier & Partner aus Frankfurt: 

E-Mail: anfrage@kornmeier.de

Postadresse:
Kornmeier & Partner Rechtsanwälte
Hansaallee 23
60322 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 25 780 790
Teleax: 069 - 25 780 7955

Lesen Sie auch: 
- Widerruf von Immobiliendarlehen - So kommen Sie zu Ihrem Recht
- Banken verhindern erneut BGH-Urteil
- Ende des Widerrufsrechts?

Quelle: Kornmeier & Partner Rechtsanwälte